Die Scherberger Fahnenschwenker

Wie die Spielspitze, die Maijungen und die Maimädchen, die Musikzüge, die Pritschenkinder und die Schützen gehören als fester Bestandteil zum Scherberger Königsspiel natürlich auch die Scherberger Fahnenschwenker.

Das Fahnenschwenken (anderenorts auch als Fahnenschwingen oder als Fahnenspiel bezeichnet) ist ein uralter Brauch, bei dem mit einem schweren Handgriff versehene Fahnen kunstvoll geschwungen, hochgeworfen und wieder aufgefangen werden. Dadurch unterscheidet sich im Übrigen das Fahnenschwenken von dem so genannten Fahnenschlag, bei welchem die Fahne die Hand nicht verlässt, sondern möglichst nah am Körper geführt wird. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der Fahnenschlag einen klerikalen Hintergrund hat: Er soll nämlich die Fesselung des heiligen Sebastian darstellen. Deswegen kann man den Fahnenschlag heute noch vielfach bei Fahnenschwenkern der Historischen Schützenbruderschaften bewundern, deren Schutzpatron bekanntlich der heilige Sebastian ist.*

Wie so viele andere Traditionen der Jungenspiele, so stammt auch die Tradition des Fahnenschwenkens aus dem Mittelalter. Nachdem zum Ausgang des 17. Jahrhunderts das Fahnenschwenken aus der Mode gekommen war, finden sich heute Fahnenschwenker wieder in ganz Europa wieder. So erinnert man sich in Würselen gerne an eine Abordnung belgischer Fahnenschwenker, die vor vielen Jahren begleitet von einem Landsknechtkorps die Würselener mit riesigen Fahnen begeisterten, als auch der aus dem nahe der italienischen Partnerstadt Würselens gelegenen Massa Marittima kommenden toskanischen Fahnenschwenker, die vor einigen Jahren auch Gast des Scherberger Königsspiels waren und mehrfach Weltmeister im Fahnenschwenken gestellt haben.

In den einzelnen Jungenspielen wird die Tradition des Fahnenschwenkens unterschiedlich gepflegt. Haben sich in einigen Jungenspielen (z.B. in Euchen und Bissen) die Fahnenschwenkergruppen zwischenzeitlich verselbstständigt und bilden eigene Vereine, sind die Fahnenschwenker im Scherberger Königsspiel nach wie vor Bestandteil des Scherberger Königsspiels und treten deshalb auch grundsätzlich nur auf den Veranstaltungen und in den Festumzügen des Scherberger Königsspiels auf.

Dabei pflegen die Scherberger Fahnenschwenker auch nicht ein akrobatisches Fahnenschwenken, wie man es in den eigenständigen Fahnenschwenkergruppen anderer Jungenspiele bevorzugt, sondern in Scherberg wird die Fahne „traditionell“, d.h. synchron geschwenkt.

Viele waren es, die in den vergangenen 69 Jahren die Fahne im und für das Scherberger Königspiel geschwungen haben. Darunter waren so bekannte Scherberger Persönlichkeiten wie Klaus Quadflieg oder z.B. auch der amtierende Hauptmann der Schützen und letztjährige Karnevalsprinz Michael Mallmann und natürlich nicht zu vergessen Torben Klein, heute bekannt als Frontmann der bekannten Kölner Gruppe „De Räuber“.

Unzweifelhaft geprägt wurde das Fahnenschwenken in Scherberg in der Nachkriegszeit jedoch von der aus der Scherberger Straße stammenden Familie Paffen. Gegründet wurde diese Fahnenschwenker-Dynastie durch Paul Paffen, dem es gelang, auch seine beiden Söhne Heinz Josef Paffen und Rolf Paffen bereits von Kindertagen an für das Fahnenschwenken zu begeistern, so dass sie schon im zarten Kindesalter von vier Jahren stolz die Fahnen des Scherberger Königsspiels durch die Straßen Würselens trugen. Mittlerweile ist die Familie Paffen mit Simone, Katrin und Pascal Paffen schon mit der dritten Generation bei den Fahnenschwenkern vertreten.

Einer der beiden Söhne von Paul Paffen, die im Übrigen beide bis heute noch die Fahne für das Scherberger Königspiels schwenken, nämlich Heinz Josef Paffen, schwenkte erstmals 1966 die Fahne und feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Fahnenschwenker. Das Scherberger Königsspiel, dem Heinz Josef Paffen darüber hinaus auch heute noch als stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Scherberger Jungenspiels dient, gratuliert Heinz Josef Paffen zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum und wünscht ihm noch viele Jahre die Kraft und die Gesundheit, weiterhin für das Scherberger Königsspiels die Fahnen zu schwenken.

Aktuell schwenken im Scherberger Königsspiel neben Heinz Josef und Rolf Paffen und ihren Kindern auch noch Frank Wirtz und Volker Meeßen seit einigen Jahren die Fahne. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sie am Kirmessonntag, nachdem sie am Samstag die Fahnen noch ruhend durch Scherberg getragen haben, nicht nur die Scherberger mit ihren Künsten wieder begeistern werden.

* Quelle : Wikipedia

Karl-Jürgen Schmitz

„Et Spell is erus“ … oder was ein Jungenspiel so kostet

Et Spell is erus! Wenn dies vom Maikönig am Dienstagabend oder – wenn es optimal läuft – bereits am Montagabend auf dem Zelt bekannt gegeben wird, ist der Jubel bei den Maijungen und Maimädchen, aber auch bei allen, die dem Scherberger Königsspiel verbunden sind, groß. Denn der Satz „et Spell is erus“ bedeutet übersetzt für Nichteingeweihte und für diejenigen, die der Scherberger Mundart nicht mächtig sind, dass die Kosten des Jungenspiels gedeckt sind.

Die Feststellung, dass „et Spell erus“ ist, war vor Allem für die Jungenspiele bis einschließlich in den 1970er Jahren, ganz besonders aber für die Maikönige der damaligen Zeit von fast existenzieller Bedeutung. Denn bis dahin hafteten die Maikönige, die in der Regel für das Jungenspiel sämtliche Verträge mit Musikkapellen, Festzelt, Getränke und vieles mehr abschlossen, persönlich gegenüber den Vertragspartnern dafür, dass die sich aus den Verträgen ergebenen Forderungen auch erfüllt wurden. Das bedeutete nicht mehr und nicht weniger, als dass jeder Maikönig damals mit seinem gesamten privaten Vermögen (und möglicherweise auch dem seiner Eltern) für die Verbindlichkeiten eines Jungenspiels haftete.

Schon damals waren aber die Kosten, die ein Jungenspiel verursachte, hoch. Wie sich aus dem noch vorliegenden Kassenbuch des Scherberger Königspiels aus dem Jahre 1954 ergibt, betrugen in diesem Jahr die Ausgaben für das Jungenspiel bei Einnahmen von 3.073,10 DM insgesamt 2.957,98 DM. Das damalige Jahresdurchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers belief sich statistisch auf 4.234,00 DM. Das bedeutet, dass der Maikönig – im Jahr 1954 war das Karl Beissel – quasi mit seinem gesamten Jahreseinkommen für das Jungenspiel gerade stehen musste.

Interessanterweise hat sich das Verhältnis zwischen den Kosten eines Jungenspiels und dem Jahresdurchschnittseinkommen bis zum heutigen Tage nur wenig verändert. Denn in einem „normalen“ Kirmesjahr, d.h. in einem Jahr, in dem kein Jubiläum zu feiern ist, belaufen sich die Kosten für das Scherberger Königsspiel auf durchschnittlich zwischen 30.000,00 € – 35.000,00 €. Das Jahresdurchschnittseinkommen in Westdeutschland beziffert sich demgegenüber z.B. im Jahr 2015 auf 34.999,00 €. D.h., über mehr als 60 Jahre haben sich die Relationen nur wenig verschoben.

Heute muss allerdings der Maikönig das Risiko nicht mehr tragen. Denn nach dem die Kosten immer höher wurden und die Verträge z.B. mit den Zeltkapellen oft bereits ein Jahr im Voraus abgeschlossen werden mussten, entschloss man sich in Scherberg, den wirtschaftlichen Part des Jungenspiels einem Verein zu übertragen. Seitdem ist der „Verein zur Förderung des Scherberger Maibrauchtums e.V.“ für die wirtschaftliche Abwicklung des Scherberger Königsspiels zuständig.

Haupteinnahmequellen zur Finanzierung des Scherberger Königsspiels sind die Haussammlungen, die Einnahmen aus dem Maiball, dem Kirmesanzeiger, die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern zu den Kirmesveranstaltungen, aus dem Losverkauf, der Polonaise sowie dem Nachspiel.

Gott sei Dank konnte sich das Scherberger Königsspiel in den letzten Jahren immer eines außergewöhnlich guten Zuspruchs sowohl an aktiven Maimädchen und Maijungen als auch an Besuchern erfreuen. Das hatte zur Folge, dass das Scherberger Königsspiels nach einigen schweren Jahren heute wieder auf einer gesunden wirtschaftlichen Basis steht, was man leider heutzutage nicht mehr von vielen Jungenspielen sagen kann.

Damit dies auch so bleibt, braucht das Scherberger Königsspiel vor allen Dingen Sie, liebe Freunde des Scherberger Königsspiels. Denn der wirtschaftliche Erfolg des Jungenspiels ist vor allen Dingen davon abhängig, dass die Veranstaltungen des Scherberger Königsspiels von möglichst vielen Menschen besucht werden. Gelingt es uns auch weiterhin, so viele Menschen für die Tradition und das Scherberger Königsspiel zu begeistern wie zur Zeit und unterstützen auch Sie das Scherberger Königsspiel wie bisher, werden die Scherberger Maijungen zur Freude aller sicher auch in Zukunft noch viele Jahre singen können:

„Dat Spell, dat hat noch Jeld, dat Spell dat hat noch Kirmesjeld“.

Karl-Jürgen Schmitz

Sponsorenwand im Festzelt

Die Sponsorenwand wird auch dieses Jahr wieder im Scherberger Festzelt aufgestellt. Hier bieten wir Unternehmern, Vereinen und Privatpersonen eine effektive Werbemöglichkeit an all unseren Festtagen an. Gegen eine Mindestgebühr von 100,00 € zzgl. MwSt. kann man sich eine laminierte Werbefläche in DIN/A4 Format auf unserer Sponsorenwand reservieren. Private Glückwünsche oder Ausschreibungen sind selbstverständlich auch denkbar. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Spielspitze oder an die Mitglieder des Vorstands.

Nachspiel in Scherberg

Bereits heute vormerken: Das Nachspiel des Scherberger Königsspiels findet am 18. Juni 2016, ab 16.00 Uhr, auf dem Schulhof der Grundschule Scherberg statt. Geboten werden neben Kaffee und Kuchen, Spezialitäten vom Grill und natürlich Frisches vom Fass.

Lose

Die Lose für unsere große Tombola am Kirmesdienstag können zum Stückpreis von 0,25 € käuflich erworben werden. Wenden Sie sich hierzu bitte an die Spielspitze bzw. die aktiven Maijungen und Maimädchen. Die Preise setzen sich wie folgt zusammen:

1. Preis: 250,00 €
2. Preis: 150,00 €
3. Preis: 100,00 € … und darüber hinaus viele Sachpreise.

Die Veröffentlichung der Preislisten erfolgt u. a. wie gewohnt auf dieser Website. Andere Orte für die Aushänge der Preislisten sowie der Ort für die Preisausgabe werden noch zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Happy Hour

Auch in diesem Jahr wird unser Zeltwirt eine Happy Hour im Festzelt anbieten. Kirmessamstag und Kirmessonntag von 21.00 Uhr bis 22.00 Uhr, sowie Kirmesmontag, auf dem Frühschoppen von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr. In den genannten Stunden können Sie Ihr Bier bzw. alle alkoholfreien Getränke zum sagenhaften Preis von 1,00 € bestellen.

Hausfahnen in den Scherberger Jungenspielfarben

Allen, die bisher noch keine Hausfahne in den Scherberger Jungenspielfarben gelb und grün besitzen, kann geholfen werden. Ab sofort können die besagten Fahnen über das Scherberger Königsspiel zum Preis von 49,00 € je Stück bezogen werden. Die Maße der Fahnentücher betragen 1,00 Meter x 1,50 Meter. Die Fahnen werden ohne Stock veräußert und das Angebot gilt solange der Vorrat reicht. Wer eine Fahne kaufen möchte, kontaktiert bitte den Vorstand des Fördervereins. Eine kurzfristige Abwicklung des Kaufs ist durchaus möglich.

Neue Termine

Die nächste Maijungenversammlung wird am 27. Mai 2016 stattfinden. Der Termin für die nächste Vorstandsversammlung ist der 23. Mai 2016. Beide Termine beginnen um 20.00 Uhr in der Gaststätte “Zum Türmchen”.