Scherberger Königsspiel: Mehr als nur ein Pflichttermin

Als sich die Aktiven der Eifelklänge aus Eicherscheid zu Beginn des neuen Jahrtausends erstmals auf den Weg nach Würselen-Scherberg machten, um dort das jährlich stattfindende „Scherberger Königsspiel“ von Samstag bis Dienstag musikalisch zu begleiten, hätten wohl die wenigstens geahnt, was sich daraus entwickeln würde.

Argwöhnisch beobachtete so mancher der Musiker den ihm noch unbekannten, jahrhundertealten Brauch rund um Maijungen, Maimädchen, Pritschenkinder sowie den Maikönig und die Maikönigin, wo sich junge Menschen in feinstem Zwirn auf der Kirmes präsentieren.

Das sollte sich jedoch in den kommenden Jahren ändern – von beiden Seiten ausgehend.

Einen ersten Höhepunkt setzten hierbei die Scherberger und der Verein zur Förderung des Scherberger Maibrauchtums, als sie es sich nicht nehmen ließen, auf Einladung der Eifelklänge, zum 150-jährigen Jubiläum des Musikvereins im Rahmen des Kreismusikfests 2003 zu erscheinen und den Festzug begleiteten. Dieses Ereignis, dem über 50 mit dem Bus angereiste Maijungen und Maimädchen beiwohnten, hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Eicherscheidern.

Zehn Jahre später toppten sie das Ganze und nahmen zum Musikfest der Städteregion, dass anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Eifelklänge erneut in Eicherscheid stattfand, gleich die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft aus Scherberg mit. Zu dieser Zeit waren es aber auch schon andere Voraussetzungen. War doch Scherberg für viele der Musiker schon zur „zweiten Kirmes“ geworden. So wohnen einige nicht mehr nur den offiziellen Auftritten bei, sondern stürzen sich gleich freitags mit der Thekeneröffnung ins Scherberger Kirmesgetümmel. Und auch an den restlichen Tagen zieht es so manchen Eifler nicht allzu früh zurück in die Heimat, ist doch immer für eine Schlafunterkunft gesorgt.

Aber nicht nur an den offiziellen Terminen pflegen die Mitglieder der beiden Vereine regen Kontakt untereinander. Besuche der Eicherscheider Kirmes, der Wiesengaudi, des Dorfabends in Scherberg und bei manchem privaten Fest sind für viele mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.

Den Gegenbesuch zu ihrer „zweiten Kirmes“ starten die Scherberger dann wieder am ersten Augustwochenende (1. bis 3. August), wenn die Eifelklänge Ausrichter sind. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann auch einen Hahnenkönig aus Scherberg oder ein Maikönigspaar aus den Reihen der Eifelklänge.

Quelle: Aachener Zeitung, Scherberger Königsspiel: Mehr als nur ein Pflichttermin

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/simmerath/scherberger-koenigsspiel-mehr-als-nur-ein-pflichttermin-1.1122830#plx1338051048

Losliste 2015

Die Losliste 2015 ist ab sofort unter der Rubrik “Sonstiges/Losliste 2015″ online einzusehen. Die Gewinne können während unseres Nachspiels am 27.06.2015 abgeholt werden.

Wichtige Nachträge

Folgende Informationen möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten:

Happy Hour:
Auch in diesem Jahr wird unser Zeltwirt eine Happy Hour im Festzelt anbieten. Kirmessamstag und Kirmessonntag von 21.00 Uhr bis 22.00 Uhr, sowie Kirmesmontag, auf dem Frühschoppen von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr. In den genannten Stunden können Sie Ihr Bier bzw. alle alkoholfreien Getränke zum sagenhaften Preis von 1,00 € bestellen.

Lose:
Die Lose für unsere große Tombola am Kirmesdienstag können zum Stückpreis von
0,25 € käuflich erworben werden. Wenden Sie sich hierzu bitte an die Spielspitze bzw. die aktiven Maijungen und Maimädchen. Die Preise setzen sich wie folgt zusammen:

1. Preis: 250,00 €
2. Preis: 150,00 €
3. Preis: 100,00 € … und darüber hinaus viele Sachpreise.

Die Veröffentlichung der Preislisten erfolgt u. a. wie gewohnt auf dieser Website. Andere Orte für die Aushänge der Preislisten sowie der Ort für die Preisausgabe werden noch zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Nachspiel in Scherberg:
Bereits heute vormerken: Das Nachspiel des Scherberger Königsspiels findet am 27. Juni 2015, ab 16.00 Uhr, auf dem Schulhof der Grundschule Scherberg statt. Geboten werden neben Kaffee und Kuchen, Spezialitäten vom Grill und natürlich Frisches vom Fass.

Schöne Kirmes!

Das Scherberger Königsspiel wünscht allen eine schöne Kirmes und tolles Wetter. Diese Homepage ruht traditionell während der Kirmestage.

Scherberger Jungenspiel ist wieder Königsspiel

Scherberger St. Hubertus Schützen ermittelten ihren neuen Schützenkönig

Am Pfingstsonntag war es wieder so weit : Wie in jedem Jahr ermittelten die Schützen der Str. Hubertus Schützenbruderschaft Scherberg ihren neuen Schützenkönig.

Nachdem zuvor bereits die Schüler – und Jungschützen mit Nils Weirauch und Benito Kempf ihre neuen Prinzen ausgeschossen hatten, begann der Kampf der Schützen um die heißbegehrte Königswürde.

Es war ein spannender Kampf, zumal der von Dieter Bock gebaute und Karl-Josef Ebeling gestaltete Königsvogel lange standhielt, obwohl die Schützen mit großer Konzentration und Präzision zu Werke gingen. Nach über 2 Stunden war es dann Dietmar Böhm, dem es gelang, dem Vogel den Garaus zu machen und damit neuer Schützenkönig wurde.

Der neue Schützenkönig ist erst wenige Jahre Mitglied der Bruderschaft und trat in diesem Jahr erstmals zum Kampf um die Königswürde an. Mit dem neuen Schützenkönig wird aus dem Scherberger Jungenspiel wieder ein Königsspiel. Für das Jungenspiel ist Dietmar Böhm kein Unbekannter, war er doch schon 1976 erstmals als Pritschenjunge mit dabei und 1993 als Maiknecht sowie 1999 mit seiner heutigen Ehefrau als Maikönigin Maikönig des Scherberger Königspiels.

Phantastereien zur Kirmeszeit

Verschwommen ist auf einer digitalen Anzeigewand eine Jahreszahl zu erkennen, die sich nach genauerem Hinsehen dann doch deutlich herauskristallisiert: Man schreibt das Jahr 2525. „Scherberg, wie haste Dir verändert“, würde der Berliner mit unnachahmlicher Schnodderschnautze sagen, nicht ohne ein unvermeidliches „wa“ als Bestätigung anzufügen,-eine Sprechweise, die dem Rheinländer im Aachener Sprachraum nicht fremd sein dürfte.

Die vormals freien Flächen links und rechts in der Buschgasse (verlängerte Paulinenstraße) zum Sportplatz hin sind vollständig mit gleich häßlich aussehenden, weißen Vierecksbauten bepflastert worden. Durch das Wurmtal soll in Kürze auf modernster Trassenführung eine sechsspurige Bundesautobahn erreicht werden. „Alles kein Problem“, meint der Bundesverkehrsminister, da Verkehrsmittel zu Boden und in der Luft seit einigen Jahren ausschließlich nur noch auf Wasserstoff und Solarstrombasis betrieben würden. „Der Fortschritt läßt sich halt nicht aushalten, „fügt er noch eiligst in einem Statement hinzu und verschwindet wieder dorthin, woher er gekommen ist. Und das, obwohl auch er wissen dürfte, daß z.Zt. nachweislich immer mehr Verkehrsteilnehmer vom PKW auf privateigene Hubschrauber umzeigen; aber was stört den innovativen Planer da schon eine kaputte Optik, sprich Landschaftsverschandelung…

Das Festzelt des Scherberger Jungenspiels mußte wegen genannter Bebauung bereits vor Jahren weichen. Es hat einen neuen Standort in der Ortsmitte gefunden, da, wo alten Überlieferungen zufolge eine Kirche gestanden haben soll und anstelle dessen vor ca. 300 Jahren ein Dorfplatz errichtet wurde. Im 3000 Plätze fassenden, voll klimatisierten Zelt heizt Dj Future (sprich Fjutscher) die Massen ein. Als allabendlicher Höhepunkt tritt an sämtlichen fünf Festabenden Rapper MC Steelhammer vor das begeisterte Publikum (Geil, Alter, Geil) und bringt zu spastischen Armbewegungen seinen Sprechgesang zum besten. Röhrend und ächzend entweicht einem Organ, daß früher für den Gesang zuständig gewesen ist, so etwas wie „Ver send de Jonge van et Spell.“

Das männliche Publikum trägt zu einem begleitenden Naturdeo überwiegend oberkörperfrei seine zahlreichen Tatoos zur Schau, je mehr, je besser; und es hat den praktischen Nebeneffekt, daß „Mann“ Textilien spart. Dazu wird die Jeans etwas heruntergezogen getragen, so daß der Hosenboden, auch „Boxesöller“ genannt, in Höhe der Kniekehle gelangt und somit zweifelsfrei das Design des Beinunterkleids (Unterbox) demonstrativ erkennbar ist. Als Schuhwerk werden Sandaletten bevorzugt, die natürlich ohne Strümpfe getragen werden können, da das Zelt wie erwähnt ja über eine Klimaanlage verfügt.

Auch das längdt nicht mehr schwache Geschlecht hat sich wieder einmal beeindruckend in Schale geschmissen. Zu einem dezenten, leicht transparenten, bauchfreien Oberteil, mit darunter befindlichem chicken und neuartigen String-BH trägt die modebewußte Frau von Welt nicht nur ein sogenanntes „Arschgeweih“, sondern passend zum Partner ebenfalls eine topaktuelle Boxesöllerjeans der Firma Würg & Wrangler. „Wow,“ entfährt es dem reiferen Betrachter, dem jüngeren wieder eher das unverwechselbare „Geil, Alter, Geil.“ –Als Krönung sind Augenlider, Ohrläppchen, Nase und Mund mit zahlreichen, schmucken Eisenteilen zugetackert. Ein dekoratives Zungenpearcing darf da natürlich nicht fehlen. Man versteht die so Gepearcte zwar schlecht, aber das ist aufgrund der schon seit Jahrhunderten zu lauten Musik im Zelt ohnehin kaum möglich.

Selbst die Pritschenkinder (man stelle sich vor: Vor mehreren hundert Jahren durften nur männliche Nachkommen in der Pritsch mitwirken) sind leger gekleidet und verweisen ausnahmslos auf die stets mitgeführten Smartphones und Handys, mit denen sich die Kids auch während der Umzüge gerne einmal beschäftigen dürfen. Deutliche Gebrauchsspuren am kunterbunten Schuhwerk sind ausdrücklich erwünscht und momentan absolut „in“. Dazu gesellen sich weiße Fleckenjeans und Hemden mit abgerissenen Knöpfen. Die Schärpe wird indianergleich um die Stirn gewickelt. So ist sie, die neue Zeit. Strohhüte sind längst out, der Nachwuchs trägt bevorzugt Baseballkappen, verkehrt herum versteht sich, mit der Werbeaufschrifft: „Schrott Schäfer – seit über 500 Jahren.“

Der Schützenkönig trägt schon längst kein lästiges Silber mehr, sondern nur noch Werbeplaketten. Seine Schützenbrüder begleiten ihn im Umzug im lässigen Jogging- oder Trainingsanzug. Der Schützenkönig wird im übrigen nicht mehr in einem Schießwettbewerb, sondern per Pfeilwefen ermittelt.

Im Zelt ist mittlerweile nicht nur das Rauchen verboten, sondern auch das Bierausschenken. Einen Gast hört man seine Bestellung aufgeben: „Einen Meter Kamillentee bitte“. Am Frittenwagen gibt es seit Jahren nur noch Zwieback und Knäckebrot… -Das Szenarium nimmt immer groteskere Züge an,…—-als ich erschrocken und schweißgebadet wach werde…..

Das war ja der blanke Horror, denke ich so für mich, gottlob nur ein Albtraum. In diesem Augenblick höre ich erleichtert die Turmuhr von St. Marien schlagen. Puh, Scherberg, Wurmtal und Jungenspiel sind dch noch nicht verloren –und immer noch das, was sie schon immer waren: Heimat und Brauchtum im altehrwürdiger und liebenswerter Tradition. Wünschen wir noch viele Generationen nach uns, daß sie sich an diesen Werten orientiert und erfreuen dürfen!

Für uns „Eingeborene“ ist es doch immer wieder schön, erleben zu dürfen, daß die Jugendlichen, gerade auch die von außerhalb unseres Ortes, bereit sind, das Scherberger Maibrauchtum Jahr für Jahr für sich zu entdecken, Freundschaften zu pflegen, das Zusammengehörigkeitsgefühl wertzuschätzen und die Tradition aufrechterhalten. Das Miteinander und das gegenseitig füreinander Dasein ist eben nicht so selbstverständlich in einer Zeit, in der ständig Supertalente, Superstars und Topmodels in öffentlichen TV-rankings gesucht werden und das Erreichen dieser Titel als das Erstrebenswerteste auf der Welt propagiert wird.

Mag manch einem unser Brauchtum auch antiquitiert und altmodisch erscheinen, die Jugend entdeckt es für sich und trägt es mit Stolz gereationsübergreifend weiter. Dafür sagen wir herzlichst DANKE, stellvertretend für alle, die sich mit dem Jungenspiel in unserem Ortsteil verbunden fühlen!!!

Das meint einer von den ehemaligen Maikönigen, Maiknechten und Pritschenmeistern des Scherberger Königsspiels.

Scherberg im Juni 2015

Höret, höret alle meinen Reden zu…

Wenn in der Dunkelheit in der Nacht zum 1. Mai eine Schar junger Männer durch Scherberg zieht, dann sind das weder Hexen noch böse Geister, die nach altem Volksglauben in der Nacht zum 1. Mai ihr Unwesen treiben, sondern es sind die Scherberger Maijungen, die unterwegs sind, um an den Häusern der unverheirateten jungen Frauen das Mailied zu singen.

Der Text des Mailiedes, das im Übrigen ursprünglich nicht ein einziges, einheitliches Lied ist, sondern aus 4 verschiedenen Elementen besteht, ist für manchen, der den Scherberger Maijungen in der Nacht begegnet und ihnen beim Maisingen zuhört, manchmal nicht so einfach zu verstehen. Dies hat verschiedene Gründe. So liegt für Neu-Scherberger – zumal, wenn sie nicht aus Würselen stammen- oft das Problem darin, dass weite Teile des Mailiedes in Mundart, also Wöschelter Platt gesungen werden. Schwierigkeiten bereitet das verstehen des Textes aber auch manches liebe Mal deshalb, weil die Sangesqualität der Maijungen von Jahr zu Jahr zum Teil erheblichen Schwankungen unterliegt und die Reinheit der Sprache auch mit fortgeschrittener Stunde regelmäßig unter dem Konsum des einen oder anderen Bierchens leidet, dass traditionsgemäß während des die ganze Nacht andauernden Maisingens getrunken wird.

Ein Element, genauer gesagt das zweite Element des Mailliedes, so wie es heute mit geringfügigen Abweichungen von den Jungenspielen der Stadt Würselen gesungen wird, ist der Wechselgesang, der von den beiden Ausrufern gesungen wird und mit dem die Maipaare zusammengeführt werden. Dieses zweite Element des Mailliedes hat folgenden Text:

Höret, höret alle meinen Reden zu,
was der Maikönig euch befiehlt zu tun:
Er befiehlt nach seinem Rechte,
dat sich zwei bejene solle dooe
dat sall se, we sall dat se?
dat sall se mit Nam jenannt!
(Name des Mädchens und des Jungen)
eset üch allemoele lejjv?

Vermutlich ist dieses Element des Mailliedes, in dem bestimmt wird, wer „sich bejene soll dooe“, auf das mittelalterliche Lehnswesen zurückzuführen. Im Mittelalter bestimmte nämlich der Lehnsherr, welche seiner Lehnsleute sich „bejene dooe“, also ein Paar werden durften und ließ dies auch öffentlich verkünden. Als Beleg dafür sei auf eine mittelalterliche Verkündung eines kaiserlichen Herolds in Frankfurt verwiesen, der, als einem Beamten von seinem kaiserlichen Herrn das von ihm begehrte Mädchen zugesprochen wurde, folgendes Kund tat:

Höret zu, ihr Herren überall,
was gebeut der Kaiser und der Marschall;
was er gebeut, dass muss sein:
Hier rufe ich aus (Name des Mannes und der Frau)
Heute zum Lehen,
Morgen zur Ehen,
über ein Jahr zum Paar!

Die Ähnlichkeit des noch heute von den Scherberger bzw. Würselener Maijungen gesungenen zweiten Elements des Mailiedes mit der Verkündung des kaiserlichen Heroldes am Frankfurter Hof ist schon mehr als verblüffend. Vor allem wird hieran aber deutlich, dass die Würselener Jungenspiele und die Bräuche, die bis heute von den Würselener Jungenspielen praktiziert werden, ihren Ursprung offenkundig in unterschiedlichsten mittelalterlichen Bräuchen haben und dazu noch aus Regionen stammen, die man so ohne weiteres mit Würselen nicht unmittelbar in Bezug bringen würde. Dass so viele der Bräuche nachweislich ihren Ursprung im Mittelalter haben, lässt aber auch vermuten, dass die Würselener Jungenspiele und damit auch das Scherberger Jungenspiel, obwohl es mangels schriftlicher Überlieferung nur fragmentarische Belegstücke hierzu gibt, mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Ursprung ebenfalls im Mittelalter haben. Umso schöner ist es, dass diese alten Traditionen bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind und Grundlage für das Schönste ist, was Würselen zu bieten hat: die Würselener Jungengenspiele!

Wer oder was ist eigentlich ein Pritschenmeister ?

Wenn sich am Kirmessonntag das Scherberger Königsspiel zum Umzug formiert, dann geschieht dies nach einer von alters her festgelegten Ordnung. Allen voran marschiert – wie die Pritschenkinder in strahlendem Weiß gekleidet – der sogenannte Pritschenmeister. Als Zeichen seiner Würde trägt er auf seinem Strohhut einen Kranz aus grünem Eichenlaub. Ein weiteres Eichenlaub prangt auf seiner linken Hemdbrust. Seine von der rechten Schulter zur linken Hüftseite hin geschlungene grün-gelbe Schärpe ist goldverbrämt und in der Hand hält der Pritschenmeister – ebenso wie die Pritschenkinder-die sogenannte Pritsche.

In der Tradition der Jungenspiele ist der Pritschenmeister der „Chef “ des Spiels. Er führt das Kommando und ist für die Einhaltung des Zeitplans, des Zugweges und für die Einhaltung der Ordnung sowohl auf dem Marschweg als auch im Kirmeszelt verantwortlich.

Die Gestalt des Pritschenmeisters steht in einer langen, bis ins Mittelalter zurückgehenden Tradition. Seinen Namen hat der Pritschenmeister von der Pritsche, unter der man einen in dünne Brettchen geschlitzten Schlagstock versteht, der im Mittelalter auf Volks – und Schützenfesten von den sogenannten „Britzenschlägern“ verwendet wurde.

Die sogenannten „Britzenschläger“ oder auch „Britzenmeister“ hatten zur damaligen Zeit die Aufgabe, auf den Volks – und Schützenfesten für Ordnung zu sorgen. Gleichzeitig übernahmen die „Britzenmeister“ im Mittelalter aber auch gewissermaßen die Rolle eines Zeremonienmeisters, arbeiteten mit den städtischen Behörden zusammen und fungierten als Redner und Ausrufer.

Bezogen auf die heutigen Jungenspiele entsprechen die Aufgaben eines modernen Pritschenmeisters noch immer exakt den Aufgaben, die seine Namensgeber und historischer Vorfahren nachweislich bereits vor mehr als 500 Jahren ausübten. So ist die Gestalt des Pritschenmeisters ein lebendiges Beispiel dafür, wie eine mehrere hundert Jahre alte Tradition bis heute in den Würselener Jungenspielen lebendig geblieben ist und hoffentlich noch lange fortbesteht

Karl Jürgen Schmitz

Quellen: Würselen – Beiträge zur Stadtgeschichte Band 1: „Die Würselener Jungenspiele“ von Kurt Michels
Wilhelm Ewald, „Die Rheinischen Schützengesellschaften“ Düsseldorf 1933

Erbsensuppenessen

Traditionell lädt das Scherberger Königsspiel am Montagmorgen ab 11.00 Uhr zum Frühschoppen ein. Für die meisten Scherberger und mittlerweile auch viele andere ist der Frühschoppen auf dem Scherberger Festzelt zwischenzeitlich ein fester Termin, bei dem man mit Freunden und Bekannten in geselliger Runde das ein oder andere Bierchen trinkt. Natürlich gibt es zum Frühschoppen wieder eine leckere Erbsensuppe, zur Verfügung gestellt von der Küche des Seniorenzentrums St. Antonius, deren Erbsensuppe den Besuchern des Frühschoppens des letzten Jahres noch immer in bester Erinnerung ist…